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Einschneidzangen

Die Einschneidzange wird hauptsächlich an Weinreben und Tafeltrauben - im Besonderen bei der Gutedel-Traube „Chasselas de Moissac" - eingesetzt. Ihr Einsatz wird aber auch an anderen Früchten (Kiwi) ausprobiert. 

pince à inciser

 

Ringförmiger Einschnitt:


Dieser Eingriff wird während des Fruchtansatzes vorgenommen (in einem normalen Jahr in der ersten Juli-Dekade), wenn die Trauben etwa erbsengroß sind. Dadurch werden die Früchte ca. zehn Tage früher reif und das Wachstum der Beere wird gefördert.
Diese Technik wird besonders beim Gutedel verwendet. Dadurch kann die Erntekampagne früher beginnen und die Ernte zeitlich gestaffelt werden.
Die frühere Reife wird von einer geringeren Säure der Beeren begleitet, welche die Konservierung der Trauben am Stock einschränkt.
Mithilfe einer Sonderzange nehmen die Weinbauern einen Einschnitt rings um den Ausleger nach der dritten Weinranke (vom Wurzelstock ausgehend) vor.
Die ersten drei Ranken, die vom Einschnitt nicht betroffen sind, können eventuell für den Schnitt verwendet werden.
Die frühere Reife betrifft nur die Trauben an den Ranken hinter dem Einschnitt.
Der ringförmige Einschnitt verursacht eine zeitweilige Unterbrechung des Zucker- und Wachstumshormon-Kreislaufs in den Bastgefäßen und richtet deren Migration zu den Trauben.
Er verursacht eine Volumenvergrößerung der einzelnen Beeren.
Daher darf er nur auf ausgewogenen, normal belasteten Reben angewandt werden, die eine eher flexible Traube tragen.
Er ist um so interessanter, als er auf von Natur aus frühen Reben praktiziert wird.
Die Weinbauern erneuern diesen Eingriff jedes Jahr in denselben Reben, ohne markante Schwächungen zu verursachen.
(Auszug aus „Chasselas de Moissac" - Juli 1989)